Rezepte

Ramanken

Was sind Ramanken?

Laut Wikipedia handelt es sich um eine ländliche Bezeichnung von Rüben, Steckrüben, um es genau zu sagen. Komisch, kenne ich nicht, so als Steckrüben-Begriff. Für mich sind Ramanken ein Eintopf, den Oma immer gekocht hat. Ein sehr schmackhafter Eintopf, ohne Zweibeln und Gewürze, Einer, der im Krieg gekocht wurde, als der Bratkartoffel-mit-Spiegelei-Hunger größer war, als der Vorrat an diesen Dingen.

Es gibt sogar zwischen Osnabrück und Hasbergen einen Streit, wer genau den Eintopf „erfunden“ hat.

Meine Oma war es nicht – aber ihre Schwiegermama, die kam aus Osnabrück. Und von der hat sie das Rezept. Und sie hats weitergereicht. An meine Mama – und die hats an mich weiter gegeben.

Gestern gabs Ramanken – herrlich. Ich schwelge in Erinnerungen und genieße!

Für Ramanken braucht man:

1/3 Möhren

2/3 frische grüne Bohnen

die Menge errechnet sich nicht nach Gewicht, sondern nach Volumen. Ist die Bohnenschüssel voll, so sollte die Möhrenportion etwa die Hälfte sein!

geräucherter Speck, am Besten Kasseler (egal, ob mit oder ohne Knochen)

frischen Schweinebauch, gut durchwachsen

Mondamin zum binden

Zucker und

Essig

__________________________

Der Bauch und das Kasseler werden mit wenig Wasser aufgesetzt. Das muss köcheln, bis das Fleisch fast durch ist.

Die Bohnen werden geschnippelt, sie sollten etwa die Länge vom 3/4 Daumen haben. Die Möhren ebenfalls kleinschneiden. Sieht natürlich schön aus, wenn beide Gemüse schräg geschnitten sind. Das ist allerdings Jedem selbst überlassen!

Die Bohnen und Möhren kurz vor dem Garwerden des Fleisches hinzugeben und mitköcheln lassen, bis das Gemüse durch ist. Nicht „knackig durch“, sondern „Eintopf-kurz-vor-Matschig-durch“!

Dann bindet man die Flüssigkeit mit Mondamin ab und schmeckt den Eintopf mit etwas Zucker und Essig ab. Jeder, wie er es mag.

Die Ramanken schmecken dann süßlich, mit einem Etwas an Essig. Bei uns zumindest! Und schmecken am Besten mit gekochten Kartoffeln als Beilage!

Guten Hunger!!!

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6 Gedanken zu “Rezepte

  1. Ja, so kenne ich Ramanken auch! In meiner Familie kamen die Kartoffeln gleich mit dazu und noch ein paar geräucherte Mettwürste. Mit Steckrüben hat das nichts zu tun (auch wenn der aktuelle Wikipedia-Eintrag (11/2014) das behauptet.

  2. Mensch, was bin ich froh, dass ich endlich hier ein Rezept von Ramanken gefunden habe. Meine Mutti war Osnabrückerin und kochte dieses Gericht im Winter regelmässig. Als Kind mochte ich es nicht. Aber seit einigen Jahren habe ich einen regelrechten Jieper darauf. Leider lebt meine Mutti nicht mehr, sodass ich sie nicht mehr interviewen kann, wie sie es gekocht hat. Ich werde es nach Deiner Vorlage mal versuchen. Danke fürs Rezept und liebe Grüsse – Elke

    • Viel Erfolg, meine Letzten wurden mir förmlich aus den Händen gerissen. Ich habe scheinbar den Bogen inzwischen soweit raus, dass sogar meine Mutter, deren Mutter war die ursprüngliche Ramankenköchin in der Familie, meine gekochten Ramanken dem ihren Rezept bevorzugt. ^^

  3. Das kommt auf die Menge an Gemüse an. Wenn ich ein Pfund Möhren und etwa anderthalb bis zwei Pfund Bohnen habe, taste ich mich Esslöffelweise an. Das ergibt in dem Mengenverhältnis in etwa einen mittleren Topf fast voll, das sind bei mir knapp 3 Esslöffel Essig. Wir (Kinder und ich) mögen es etwas süßer, meine Mutter gibt pro Teller noch einen Teelöffel Essig nach und mein Mann nimmt nochmals einen Esslöffel. Das ist Geschmackssache. Meine Oma hat immer einen Teelöffel süßen Senf bei ihrer Portion bei gegeben, was wir überhaupt nicht mögen.

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