Von Spargel und Sprintern

Ich bin jetzt seit Anfang Mai wieder in Arbeit. Mein Arbeitgeber ist ein lokaler Obstbauer, der Spargel, Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Kirschen, Kartoffeln, Tomaten und Blaubeeren anbaut bzw. Letztere beiden kauft (aus der Umgebung) und das Obst und Gemüse an den eigenen Ständen verkauft. Wir haben viele zufriedene Gastronomiekunden und auch auf dem Hamburger Markt werden unsere Produkte verkauft. Insgesamt ist mein Chef ziemlich erfolgreich mit seinen Ständen, über 40 sind es allein in der Bremer Region.

Ich bin als Fahrerin tätig. Wir haben jeden Tag viel zu tun, denn die Käufer wissen, dass unsere Produkte in keinem Vergleich zu den jeweiligen Angeboten aus dem Supermarkt stehen. Wo man im Supermarkt vielleicht 1,50€ für 500g Erdbeeren zahlt, die aus Spanien oder Italien importiert wurden und nicht nur hunderte Kilometer, sondern auch schon ein paar Tage mehr vom Feld weg auf dem Buckel haben, wird bei uns jeden Tag frisch geerntet und kostet entsprechend auch mehr, derzeit liegt die 500g-Schale Erdbeeren bei 3,20€. Die frisch geerntete Ware kommt innerhalb der nächsten zwölf bis 18 Stunden zum Kunden. Zumindest betrifft das die Früchte. Der Spargel braucht etwas länger, da der erst gewaschen, dann geeist wird (damit er nicht nachreift und aus einem weißen Spargel ein violetter Spargel wird) um dann grade geschnitten und sortiert zu werden. Spargel wird schräg gestochen und kommt in verschiedenen Dicken, Längen und Färbungen vom Feld. Die Erntehelfer sortieren den Spargel nach Klassen. Wir haben folgende Sortierungen:

 1. Wahl (der Spargel ist durchgehend weiß, grade gewachsen und etwa so dick wie ein Zeigefinger, der klassische Spargel)

1. Wahl extra (der Spargel ist weit dicker als der 1. Wahl, aber erfüllt trotzdem die Kriterien für 1. Wahl), 

2. Wahl (sehr viel dünner als 1. Wahl, eventuell auch mit leicht violettem Kopf), 

extra Dick (wie 1 extra, nur eben noch dicker), 

Violett (der Spargel hat am Kopf schon Sonne gehabt und ist etwas intensiver im Geschmack mit seinem violetten Kopf), 

lange Spitzen und dünne Spitzen, 

Haushalt (Bruchspargel, gekrümmter Spargel, Alles, was nicht der Norm entspricht und bestens für Suppe geeignet ist) 

und natürlich Grünspargel. 

Ich fahre also die Ware zu den Verkaufsständen. Das bedeutet, ich sitze auf meinem Sprinter und bekomme meine Tour per Mail, ebenso die Liste, was der anzufahrende Stand an Ware braucht. Das erste Problem ist dann schon mal die Parkplatzfrage. Ich habe ein langes Fahrzeug und kann nicht in einer Lücke für einen Smart for two stehen, in zweiter Reihe geht selten, weil die Stände oft in beengten Straßen mit hohem Fußgängeranteil stehen. Die Polizei ist leider mit uns Lieferanten sehr viel strenger als mit normalen PKW, weil wir ein breiteres und längeres Auto haben. Wir sind Verkehrshindernisse. Was mich zu Problem zwei bringt: jeder Autofahrer schaltet scheinbar von normal zu hochgradig aggressiv, wenn er mich bzw meine Kollegen im Sprinter vor sich hat. Es wird das selbe Verhalten auch gegenüber Lkw an den Tag gelegt, aber warum? Ich fahre doch aber auch einen PKW. Warum werden wir geschnitten, nicht selten rechts überholt, angehupt und ständig beleidigt, wenn man wendet oder abbiegen und das langsam macht, weil man nicht viel sieht? Warum werden ich mit Hupe überholt, wenn ich schon 100km/h auf der Uhr habe und es außerhalb geschlossener Ortschaft ist? Warum lässt man mich nicht passieren, wenn ich schon halb durch die verengte Zone durch bin, sondern fährt mir provokant entgegen, obwohl ich dann schon Vorfart habe? Was bringt es, einen Sprinter, der nicht überholen kann, lautstark auf die Geschwindigkeit aufmerksam zu machen? Ich habe manchmal wegen beidseitig parkender Autos je links und rechts nur 10 bis 20cm Platz, um mein Auto da durch zu manövrieren. Muss man dann drängeln? 

Wenn ihr mich von der Straße haben wollt, ebenso die LKW, die unter den selben Problemen leiden, dann überlegt mal, wo ihr eure Lebensmittel, Kleidung etc her bekommt. Wir Fahrer tun nur unsere Arbeit. Der eine besser als der andere vielleicht, aber ohne uns Fahrer kriegt ihr eben nicht mal eben hiesigen Spargel oder Erdbeeren. Und die Milch fürs Kind, die Pampers, die Schuhe an euren Füßen, die Kleider auf dem Körper und den Sprit für euer Fahrzeug. Das wird per LKW oder Lieferwagen gebracht. 

Ich liebe meine Arbeit trotzdem, meine Kollegen sind nett, meine Chefs ebenso. Die Bezahlung stimmt und ich gehe gerne arbeiten. Ich bin jetzt schon traurig, dass die Saison bald wieder vorbei ist und ich erst nächstes Jahr wieder zurück kann. 

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Von Langeweile im Mund und anderen Erkenntnissen

Von meinem Ziel, bis Mitte März die 100kg zu unterschreiten, habe ich neulich noch großkotzig gesagt, es wäre geschafft. 

Pustekuchen! Nix is, meine Waage hat mich zwei Tage nach dem Post lachend angesehen und mir ein Snickers angeboten. Es waren wieder 102,8kg und auch wenn ich, dank FLÜ (Fettlogik überwinden) weiß, es ist vermutlich Wasser, was erst runter gegangen ist, nur um kurz danach wieder an mir Posten zu beziehen, ist das ein Rückschlag. Und ein ganz herber dazu, denn das heißt für mich, ich muss mehr tun, als ich dachte.

Ich habe vor etwas über zwei Wochen angefangen, meine Kalorien zu zählen. Das bedeutet auch, ich musste meine Mahlzeiten abwiegen. Blöderweise werden Kalorien ja gerne in XYZ kcal pro 100g/ml gemessen, was mich also dazu veranlasste, meine Küchenwaage wieder zu entstauben und mal zu gucken, wieviele Kalorientierchen sich denn nun tatsächlich in so einer Portion Nudeln oder Kartoffeln aufhalten. Zu Beginn habe ich akribisch abgewogen, immer auf 100g genau. 

Mein Tagesverbrauch lag über 2600kcal. 

Einerseits ist das eine recht große Zahl, andererseits musste ich feststellen,  dass ein Erdnussbutter-Marmelade-Sandwich mal eben 1067kcal hat. Zwei davon und noch ganz unbedacht normal über den Tag gefüttert, eventuell meine 4-5 Becher Kaffee mit Zucker und Milch (3,5%) dann Zwischenzeitlich noch Kuchen und Abends einmal Spaghetti mit Tomatensoße… Und nicht eine Portion, sondern eher drei. Ich habe das normalerweise vorher gefuttert. Knappe 3200kcal. Kein Wunder, dass ich träge war. Hinzu kam ja noch die Cola oder der Orangensprudel und Abends der Alkohol. Ich habe völlig verkehrt gegessen. Klar ist ab und an ein Erdnussbutter-Marmelade-Sandwich drin. Aber dann muss ich mich viel bewegen. Und nach Möglichkeit nur noch eine große Portion Möhren essen.

Nachdem ich nun tagelang abgewogen habe, haben sich nicht nur die Portionsgrößen geändert, sondern auch meine Sättigungsgrenze. Das heißt, ich habe jetzt endlich wieder Eine, ich erkenne wieder, was „satt“ ist. Das Gefühl hatte ich die letzten 20 Jahre nicht mehr und alleine dafür bin ich schon dankbar. Das bedeutet nämlich, dass ich dem unkontrollierten Essen jetzt entgegenwirken kann. Ich kann aufhören. Ich muss mich natürlich immer zusammen reißen, grade bei Sachen wie Pommes und Chickennuggets (selbst gemacht) und Nudeln mit Bolognese (vom Raben selbst gemacht). Gulasch mit Spätzle werden schwer und Colahuhn. Das sind eben so Sachen, die ich liebe. Und ich bewege mich noch nicht genug (ich fange Ende des Monats einen Job an, dann ändert sich das wieder) und weil ich so eine faule Socke bin, habe ich meinen Tagesverbrauch auf den Komawert gelegt. Das sind etwas über 2100 kcal, die ich täglich noch zu unterschreiten versuche. Dazu mindestens anderthalb Flaschen Wasser am Tag. Irgendwann lache ich die Waage aus!!! 
To be continued.. 

Von bösen Kalorientierchen, die Nachts heimlich die Klamotten enger nähen!

Ich kann mich nicht erinnern, je schlank oder zumindest normal gewichtig gewesen zu sein. Ich war immer moppelig, mit einem immensen Heißhunger auf Chips, Süßigkeiten, Eis, Nudeln und Pommes gesegnet. Was „satt“ ist, wusste ich nicht. Ich kannte nur „Magen leer“ und „ich Rolle“! 

Meine Mutter hat irgendwann versucht, den Knabberschrank unter Verschluss zu halten, was aber nur bedingt was gebracht hat. Wenn ich bei Freunden war, wurde mal eben das Taschengeld zusammen gekratzt und beim nächsten Laden eine Tüte Chips gekauft, die unbemerkt an meinen Eltern vorbeigemogelt, direkt am Abend noch eines unrühmlichen Todes sterben durfte. Oder ich habe, statt Schwarzbrot, Graubrot oder Obst/rohes Gemüse in mich zu stopfen, lieber ein paar Erdnussbutter-Marmelade-Sandwiches gefuttert. Oder wenns Obst sein musste, auch mal drei Bananen am Stück, die Kalorienbomben schlechthin. Und der Froster war auch zugänglich, wenn Eis da war, lebte auch das nicht lange. Irgendwann haben meine Eltern es aufgegeben, aber wenn ich dann irgendwo hin wollte, musste ich aufs Fahrrad steigen. Das war scheinbar auch gut so, sonst hätte ich als Jugendliche wahrscheinlich schon 100 Kilo auf die Waage gebracht, so waren es nur 70-75kg, für 14/15 Jahre mit 1,68m schon arg zu viel.

Inzwischen bin ich 32, bin 1,71m groß und wiege bzw. wog 104kg.

Vergangenheit, weil ich jetzt seit etwa einer Woche auf Abnehmkurs bin. Den Ausschlag dazu hat das Buch „Fettlogik überwinden“ von Nadja Hermann gegeben. Sie ist unter Anderem als Erzaehlmirnix bekannt und betreibt zu Ihrem Buch auch den passenden Blog.

Ich verfolge Erzählmirnix auf Facebook schon eine ganze Weile und irgendwann rumorte das Buch durch den Blog. Ich las die Leseprobe und war ganz angetan. Doch es geriet in Vergessenheit und erst vor zwei oder drei Wochen erinnerte mich meine Schwägerin, selbst ein „großes Mädchen“, an das Buch. Sie hätte jetzt verstanden, warum sie selbst so dick wäre und was sie ändern kann, um Gewicht los zu werden. Sie lieh mir das Buch vor acht Tagen aus. Seit sechs Tagen zähle ich Kalorien und ich habe nicht nur 4kg in sechs Tagen verloren, sondern auch die hundert unterschritten. Ich bin jetzt ein UHu, unter Hundert.

Das Gewicht hatte ich zuletzt vor meiner letzten Schwangerschaft. 

Mit Hilfe von einer Kalorienzähl-App, einem Grundumsatzrechner und einer Kalorientabelle habe ich angefangen. Und mache weiter, denn meine Ziele sind folgende:

1.: 100kg unterschreiten bis Mitte März

2.: 90kg unterschreiten bis Ende August

3.: 80kg unterschreiten bis Ende 2017

4.: 70kg unterschreiten bis März 2018

5.: zum Schulbeginn 2018 67kg erreichen und halten. 

Dass das erste Ziel so schnell erreicht ist, hätte ich nie gedacht. Wir haben Ende Februar 2017!!! Damit gebe ich mir für 30 Kilo anderthalb Jahre, was extrem ehrgeizig ist. Aber machbar. Ich möchte dazu mit kleinen Gewichten arbeiten, um wenigstens ein bisschen was für meine schlaffen Muskeln zu tun und der liebe Nachbar hat mir sein Taebo-Basic-Programm via DVD angeboten. Wobei ich nicht weiß, ob ich meinem lädierten Knie dieses Rumhopsen antun kann.

Ich bin gespannt und werde berichten. Bis jetzt bin ich schon stolz, meinem inneren Schweinehund den Kampf angesagt und einen kleinen Erfolg eingeheimst zu haben. Und satt kenne ich zwar noch nicht, aber das kommt bestimmt noch!

Von Jägern und Gejagten

Wie schon erwähnt, verteile ich Zeitung.

Ich hatte da letzte Woche einen Aufreger für mich drin: da hieß es, PETA hätte (mal wieder) beim Bundesjägertag gegen die Fuchsjagd protestiert. Mit dem Artikel war ein Bild abgedruckt, worauf ein paar Aktivisten und ein selbst geschriebenes Transparent zu sehen war, auf dem stand:

Der Fuchs ist schlau und stellt sich dumm. Bei Jägern ist das anders rum!

Dass ständig Hetze gegen Jäger gemacht wird, ist okay, es gibt genug schwarze Schafe, die nur des Tötens wegen einen Jagdschein machen. Aber dieser Spruch – als ob alle Jäger dumm wären.

Anscheinend denkt bei sogenannten Tierschutz-Aktivisten auch nur die Hälfte drüber nach, was da aus ihren Mündern kommt, aber selbst da bin ich mir nicht sonderlich sicher.

*.*.*

Der Jagdschein wird auch „das grüne Abitur“ genannt. Nahe Verwandte von mir haben einen Jagdschein gemacht und ich durfte selbst miterleben, wieviel ein zukünftiger Jäger erst lernen und tatsächlich auch können muss, bevor er das erste Mal zum Schießstand darf, um auf Tontauben oder Pappziele schießen zu dürfen.

Ein Jäger tötet nicht in erster Linie, er hegt und pflegt sein Revier. Er beobachtet. Er muss wissen, wieviele Tiere sich dort aufhalten (Populationsstatistik, schon mal gehört?) Er muss sehen, wenn Tiere krank sind, oder alt und vom Rudel ausgestoßen werden. Er muss anhand von Markierungen wie Fraßspuren, Fußspuren und Losungen (Kot) erkennen, welche Tiere er in seinem Revier hat. Er muss anhand von Geräuschen auseinander halten können, welche Tiere sich grade rufen. Ein Jäger muss sich auskennen in Tieranatomie, Tierkrankheiten (speziell zB. Fuchsbandwurm, Trechienen, Seuchenfraß ect.) und dazu muss er auch wissen, welche Bäume, Büsche und Sträucher er da nun vor sich hat. Ein guter Jäger kann anhand von Pfeiflauten ausmachen, wo die Beute hockt.

Das sind alles Dinge, zuzüglich zu Jagdzeiten, Brut- und Setzzeiten und Brunftzeit, Blühzeiten von Bäumen und Gräsern und dazu gehörig, welches Tier welche Pflanze als Nahrung bevorzugt, Gesetzestexten und dazu noch Waffenkunde, die ein Jäger können muss… BEVOR er zur Waffe greifen darf!

Ein Jäger schießt nicht wild um sich, er muss zielen lernen und abdrücken, wenn es Zeit ist. Er tötet nicht einfach, was ihm vor die Flinte kommt (zumindest gilt das für gute Jäger) sondern er nimmt die schwachen, kranken und alten Tiere zuerst, bevor er zu den jüngeren Tieren über geht. Ein Jäger hat den Auftrag, die Wildpopulation/den Wildbestand in seinem Revier auf einem statistisch gesunden Niveau zu halten. Das bedeutet, dass er einigen Tieren das Leben nimmt, wenn es zu viele sind. Er hat die Pflicht, sowohl Wild als auch Wald und Flur zu hegen!

Das heißt auch, er muss ausrücken, wenn ein Reh/Wildschwein überfahren wird und in den Wald läuft. Er muss hinterher und das verletzte Tier erlösen. Denn es hat kein Krankenhaus im Wald, was sich der Knochenbrüche und inneren Verletzungen annimmt. Oder ne Apotheke, wo das Tier Nachts Mittel gegen Kopfschmerzen her bekommt!!! Er muss die Tiere töten, um ihnen einen qualvollen Tod zu ersparen und einen gesunden Bestand zu haben.

Das widerrum heißt, der Jäger muss die Füchse töten. Und die netten Bambis. Und die tausend kleinen Klopfer… und wie niedlich die Tiere auch sind, zu viele Tiere schaden dem Wald! Er MUSS sie töten, das ist seine Pflicht, die er eingegangen ist, als er die Jagdeignungsprüfung abgelegt hat! Und es soll auch Jäger geben, die nicht gerne zur Waffe greifen.

Stellen wir uns vor, die Jäger aus ganz Deutschland legen für ein Jahr die Waffen nieder und schießen Nichts ab. Nicht die kleinste Maus! Und sie würden dann auch keine Revierhege machen. Was würde passieren?

Schon mal Wildschweine im Hinterhof oder im Garten gehabt? Ne? Dann schon – weil sie frech werden und ausweichen müssen, im Wald ist es nämlich zu eng. Da leben nämlich so viele Hasen und Kaninchen, die sich völlig ramdösig vermehren- Ist ja keiner da, der sie kurz hält, ausser dem Fuchs. Ne, der Fuchs geht auch zu den Menschen, ist ja kein Zaun da oder Ähnliche Hindernisse, vom Jäger aufgestellt. Da kommt man leichter ans Futter. Und die Hühnerställe erst, hach, schön. Und im Wald, da stehen ja überall Rehe rum, rennen auf die Strasse, (wir erinnern uns, keine Wildzäune bzw. kaputt getreten!) werden tot gefahren und die, die nicht zu Hauptverkehrszeiten unterwegs sind, die fressen den Bäumen die Rinde weg, dass die Bäume sterben. Wieso auch nicht, ohne Bäume gehts doch aus. Da sitzen dann eben die Greifvögel auf den Zäunen in der Nachbarschaft und machen Jagd auf Miezi und Murrle, die haben grade Junge bekommen. Lecker, Katzenbraten! Waschbären stöbern bald nicht mehr in den Wiesen und Teichen nach Fressbarem, nö, die haben wir auch dann schnell im Sommer Abends auf der Terasse oder im Keller hocken. Waschbären sind übrigens bissig, genauso wie Marder. Die stöbern dann unsere Dachböden und Autos nach Gummi durch, weil sie das so gerne mögen. Lieber als Mäuse übrigens, wenn sie es denn bekommen können.

Dann sind da die ganzen Sonntagsspaziergänger, die gerne durch den Wald gehen und die gute Luft genießen. Die müssen sehr aufpassen – wenn so ein Fuchs oder Waschbär Tollwut hat, die sich ja nun ohne Kontrolle vermehren kann, wird er nicht vor Menschen Halt machen. Die Biester fallen Menschen an, einfach so. Gut, die Seuche lässt sich behandeln, aber muss ja nicht sein. Und wer dann noch einen Hasen- oder Rehbraten auf dem Tisch haben möchte, bekommt natürlich nur extrem teueren Auslandsimport und der schmeckt nicht mal.

 

Ich will so ein Szenario nicht erleben müssen. Nicht alle Jäger töten aus purer Mordlust. Der normale Jäger zahlt erstmal viel Geld für seinen Jagdschein und darf erst recht spät an die Waffe, ein eigenes Jagdrevier hat auch nicht gleich Jeder. Der Jagdschein ist eine Verantwortung, die man vom Land übertragen bekommt, damit genau so ein Szenario wie oben beschrieben NICHT passiert.

Liebe Tierschützer, denkt zweimal nach, bevor ihr einmal ein Urteil fällt.

 

Von Papier und Unzufriedenheit

Ich verteile in dem Ort, wo wir wohnen, den Sonntags-Tipp. Das ist ein kostenloses Werbe- bzw. Anzeigenblatt, was jeden Sonntag (auch Feiertags) in jeden Haushalt kommt, kleine Berichte zum Tagesgeschehen, Kontaktanzeigen, Suche/Biete/Tausche-Anzeigen und jede Menge aktuelle Werbung enthält. Auch, wenn in einem Haushalt kein Abo der regionalen Tageszeitung gebucht ist, der Sonntags-Tipp kommt trotzdem. Ein Geschenk des Verlages an JEDEN Haushalt im Landkreis. Ausser, es ist ausdrücklich verboten, was dann entweder beim Verlag gemeldet wird, oder durch kleine, aber auffällige Aufkleber am Briefkasten kund getan wird.

Ich verteile also jeden verf***ten Sonntag diese Zeitung, monatlich springen etwa 100 Euronen dabei rum. Dafür habe ich viel Lauferei, mein Knie wird immer schlimmer und ich kann nichtmal bis wenigstens halb 8 morgens schlafen. Und darf mich für lausige 100 Kröten den Monat von allerlei Leuten anpampen lassen, warum die Zeitung denn so spät käme (gegen halb 9 Uhr morgens finde ich doch zeitig genug, ich muss bis um halb zwölf meine letzte Zeitung ausgeliefert haben!) Und warum die denn schon wieder so nass wäre (es regnet!) und warum ich denn letzte Woche nicht da war und warum ich so unzuverlässig wäre undundund…

Liebe Leute, die Ihr jeden Sonntag eure KOSTENLOSE Zeitung auf dem Tisch habt: Erstens ist ihr baldiges Altpapier ein GESCHENK des Verlags, Zweitens: nein, sie haben keinen Anspruch auf eine Lieferung um 5 Uhr früh, diese Zeitung hat mit dem Lokalblatt nichts zu tun. Es ist der gleiche Verlag, aber diese Zeitung erhalten auch Nicht-Abonenten. Ich bekomme 15 Cent pro Zeitung, ich stehe am heiligen Sonntag ziemlich früh auf, verzichte auf den einzigen Tag in der Woche, an dem ich gemeinsam mit Mann und Kindern am Frühstückstisch hocken könnte, damit ich meinen Jungs auch mal ein Eis oder eine Kinderzeitschrift ausser der Reihe kaufen kann. Ich verzichte auf längeren Schlaf, auf Kuscheln mit dem Gatten, wach-auf-Küsse vom großen Kind und Mama-Gebrabbel vom Kleinen, damit Sie, verehrte Leserschaft, eine f*cking KOSTENLOSE Zeitung auf dem Tisch haben.

Ich war letzte Woche nicht da, weil meine Kinder mit hohem Fieber im Bett lagen. Ich bin später dran, weil mein Jüngster geweint hat, als Mama los wollte und ich ihn trösten musste, ich hinke, weil ich etwa zehn Kilo Papier auf meinem linken Arm balanciere und mit rechts ihren überaus schweren Köter vom Hals halten muss (die Leckerlis befinden sich immer links in der Tasche!!!)

Wenn ihr eine kostenlose Zeitung bekommt und den Zusteller mal trefft, fragt ihn, obs ihm gut geht, lächelt, dankt ihm. Er/Sie hat bestimmt auch Familie, die ihn/sie lieber zuhause hätte, als Papier schleppend unterwegs zu wissen. Die Bezahlung ist mies, das Wetter nimmt darauf keine Rücksicht und eine freundliche Begegnung trötet unheimlich über zahllose Unfreundliche hinweg 😉

Wut

Ich bin wütend. Mehr als das – ich könnte mich grade schälen, ohne Schmerz zu empfinden, so hoch ist mein derzeitiger Adrenalinspiegel!

Der Kern der Geschichte ansich ist kurz erzählt – ich wurde für mein Verhalten kritisiert, was meine Erziehung betrifft. Man lies mich weder ausreden, noch überhaupt zu Worte kommen. Und ich wurde damit, für mein Empfinden, als minderwertig hingestellt, als Mensch, der nicht richtig tickt!

Ergo bin ich wütend. Sauwütend! Unfassbar wütend!!! Und traurig, denn diese Worte, die mir heute Morgen an den Kopf geworfen wurden, tun auch weh!

Von vorne: K1 ist ein Rabauke. Ein großartiger Bruder, ein charmantes Bürschchen, ein Frechdachs… ein normales, 5jähriges Kind. Zumindest nach aussen. Zuhause steppt der Bär – da wird beim Einkaufen gerne mal so lange am Einkaufswagen gerüttelt (in dem der kleine Bruder sitzt), bis der Wagen fast umkippt. Muddi bekommt fast einen Herzinfarkt! Dann wird, trotz vormaliger Ansage, beim Wagen zu bleiben, durch die Gänge gerannt, alles aus den Regalen gezogen und gebrüllt, weil Muddi nicht die Bonbons einpackt. Muddi bekommt Wut und zischt schon, kurz vorm Explodieren. „Jetzt bleib am Wagen, verflixt, benimm dich nicht wie ein wilder Affe, wenn wir Zuhause sind, reden wir nochmal über die Bonbons!“ Man will schließlich irgendwann auch nach Hause, doch diese, ich nenne es mal „Ausfälle“, kosten nicht nur Nerven, sondern auch Zeit.

Das war nur das Beispiel Einkaufen. Zuhause wird nach Bitte nicht aufgeräumt. Auch nach Aufforderung nicht. Nach Mahnung mit Donnerwetter wird Muddi scheel angeschaut, die Schultern werden gezuckt und K1 spielt weiter – räumt auch noch 2 weitere Kisten dafür aus. Das Donnerwetter folgt, ich bin fast heiser, meine Halsschlagader platzt fast und endlich wird aufgeräumt. Zumindest so halb.

„Das ist mir zuviel, ich mag jetzt nicht mehr!“ „Wers unordentlich gemacht hat, machts auch wieder ordentlich, sonst mache ICH Ordnung und ob dein Spielzeug dann noch da ist…!“ „Neiiiiiin!“ *flitzt ins Zimmer und räumt auf*!!!

Täglicher Wahnsinn – für Einige völlig harmlos, weil, ist ja ein Kind. Ne, für mich die Todesfalle, K2 ist noch in einem Alter, in dem er Alles in den Mund nimmt und auch mal runterschluckt – da kann man noch so gut ein Auge drauf haben! Und K1 spielt nun ausgerechnet da mit sehr viel Plienskram (verschluckbare Kleinteile, für Kinder unter 3 Jahren nicht geeignet!), wo der Lütsche auch mal gerne rumtobt. Im Wohnzimmer nämlich. Und Mama und Papa wollen nach dem Abendessen auch nicht auf Lego treten – wem es schonmal barfuß passiert ist, weiß auch, warum! 😉

Also gilt die Regel: vorm Abendessen wird aufgeräumt, denn nach dem Essen gibts Zähneputzen, Hände waschen, ab ins Bett! Zähneputzen wird ignoriert, weil K1 bester Freund S. ja auch nicht putzt! o.O??? Glaube ich eher nicht, die Mama ist im zahnmedizinischen Bereich tätig, also wird sie da noch eher drauf Acht geben!

Das sind alles Beispiele, was so im Durchschnitt läuft. Für Jeden ist das harmlos – nicht aber für mich, die ja auch die Kleinigkeiten mitbekommt. Und auch die Dinge, die im Kindergarten passieren. Oder beim Spielen draussen. Und vor Allem, wenn das Kind nach Hause kommt und mit Schimpfworten jenseits von Gut und Böse um sich schmeißt. Oder mit Erkenntnissen, die völlig daneben sind. Von S. gelernt. Ein paar Beispiele? Gerne…:

„Du bist ne Frau und hast nix zu sagen!“

„Ich bin der Chef hier, du hast gefälligst Essen zu kochen und die Wohnung zu putzen!“

„Dir gehört der Hintern voll gehauen!“ (ich habe mal beim Besuch von S. bei uns die Keksdose zugemacht, nachdem die Hälfte der Keksdose schon von S. vernichtet wurde, danach kam der Spruch von Selbigem!)

„Nur blöde Leute ziehen nach *Ortwowirjetztwohnen*“

„Auf Erwachsene muss man nicht hören!“ (Zuvor gab es Gummitiere, die Kinder griffen auch zu, nach der dritten Handvoll schloss mein Mann allerdings die Tüte und verräumte sie im Süßkramkorb, an den K1 nie ohne zu fragen ran gehen würde. Als der Rabe dann zu K2 ins Zimmer ging, hörte er von S. den Spruch – am Abend bemerkten wir, dass die Tüte leer war.)

„Du blöde F**ze, lass mich los, ich muss nicht auf dich hören, du H*re!“ (im Beisein von mir und K’s Oma von S. zur Mutter, nachdem Mama gesagt hat, es wäre bald Zeit zu gehen! Nach der Ansage wurde Mama mit Fäusten gehauen – Mamas Reaktion bestand aus einem empöhrten Nach-Luft-schnappen-wie-ein-Fisch-an-Land und einem „Wir gehen gleich, wenn du dich nicht benimmst!“ – sie sind geblieben!!!)

Wenn S. was sagt, stimmt das. Bedingungslos. Und muss dann auch so stehen bleiben. Egal, ob Mama und Papa oder Oma und Onkel was Anderes sagen. Wenn S. sagt, der Himmel ist grün, dann ist das so. Weil S. Recht hat. Wir Alle kennen das garantiert von früher, wir hatten bestimmt Alle so einen Freund oder Freundin, die Recht hatte, egal, was den wirklichen Tatsachen entsprach. Ich kann mich daran erinnern, so eine Freundin gehabt zu haben. Sie hätte nur sagen müssen: Spring! Ich hätte gefragt, wie oft. Dummerweise hat mich diese Freundin zum Klauen animiert. Ich wurde erwischt und seit dem habe ich diese „Freundin“ gemieden. (Ist inzwischen wegen Diebstahl und Drogenbesitz vorbestraft, die Gute!)

Jedes Kind sollte spielen und Freu(n)de haben. Kontakt nach Aussen hin ist wichtig. Für mich als ehemalig sozialen Menschen war es das auch. (Inzwischen möchte ich am liebsten die halbe Menschheit erschießen und die andere Hälfte auf die frei gewordenen Länder verteilen – ich bin persönlich sozial selten kompatibel, dafür denke ich nicht Mainstram genug!)

Als liebende Eltern sahen wir uns nun gezwungen, irgendwo einzuhaken, um dem, nach unserer Meinung, schlechten Umgang irgendwie entgegen zu wirken. Das Ignorieren aller Ansagen von unsererseits, oder dem Onkel/der Oma/der Tante/ect. hat dazu geführt, dass ich an meiner Erziehung zweifelte und mich natürlich bei den Erziehern schlau gemacht habe. Ne, im Kindergarten ist Alles prima, könnte ne Phase sein, kriegen die aber nichts von mit, weil Alles normal ist. Aber sie beobachten das.

Nach weiterer, eingehender Beratung mit den Leuten aus dem näheren Umfeld und deren Sichtweisen, blieb am Ende nur ein Ergebnis stehen: Unabhängig voneinander hatten alle 5 befragten Delinquenten eine Kernaussage getroffen: S. ist ein schlechter Umgang, zu dominant, man sollte den Kontakt einschränken bzw. verbieten.

Das haben wir tatsächlich getan – vor über 4 Wochen habe ich ein Nachmittagsspielverbot der Mutter gegenüber ausgesprochen und den Shitstorm meines Lebens an mir selber erlebt! Wie könnte ich nur, ich würde mein Kind damit psychisch kaputt machen, ich nehme ihm den einzigen Freund, ich müsse mal meine Erziehung ändern (weil mein Kind sowas niiiiiie und nimmer nicht machen würde! O-Ton S-Mama) und ich spinne doch, das wäre Quälerei, ich sollte doch mal vom Jugendamt überprüft werden. Es waren plötzlich 5 Eltern gegen mich – wobei eine Mutter eine ehem. ist, die ihr Kind nur morgens zum Hort gebracht hatte, da Ferien.

Es wuchs irgendwie etwas Gras über die Sache, nachdem ich S. Mama mal in einer ruhigeren Minute zu verstehen gegeben habe, dass ich den Kontakt im Kindergarten nicht verhindern kann, aber das Spielen derzeit noch nicht möglich ist.

Heute morgen sprach S. Vater mich an, wann die Kinder denn endlich mal wieder zusammen spielen dürfen. Und ob ich denn jetzt endlich einsehen würde, dass es sich um Rabauken handelt, die eben rabaukig sein müssen und Flausen im Kopf hätten. Nachdem sich eine weitere Mutter eingemischt hat (Das ist so schlimm, der Kleine leidet ja darunter, ich bräuchte bald einen Psychologen für mein Kind, ich rede ihm ein, er wäre ein AK, würde er sich weiterhin so daneben benehmen… blahhhh!) und ich nicht einmal einen Satz beenden durfte UND noch angegriffen wurde (Das ist völliger Schwachsinn, was du da machst!), ist mir der Kragen geplatzt!

Nein, liebe Leute, es ist KEIN Schwachsinn – denn es ist mein Kind. Ich muss damit 24 Stunden zusammen leben, ich muss sehen, dass er grade läuft. Ich darf mir den Unfug anhören, den der Kleine nach Hause bringt und von dem ihn nicht mal der bebilderte Beweis abbringen kann. Ich habe hier ein aufmüpfiges Kerlchen sitzen, welches mich beleidigt und versucht, zu hauen, weil S. das mit seiner Mama auch darf. ICH BIN DER CHEF MEINER FAMILIE UND MUSS ZUM WOHLE ALLER FAMILIENMITGLIEDER HANDELN!!!

Und wenn das für euch bedeutet, kleingeistig, die ihr seid, dass mein Kind ein Roboter werden soll, dann bitte. Legt es euch so zurecht, wie ihr es verstehen wollt. Versteht nur die Hälfte von dem, worum es mir geht und die Hälfte auch noch völlig verkehrt. Ich will kein AK haben, was mit Wut und Zorn überall durch kommt. Ich will mich nicht um einen kleinen Menschen kümmern, der intolerant ist, was andere Meinungen betrifft. Ich will hier kein Kind sitzen haben, was den Unterschied zwischen dein und mein nicht kennt, weil es eh Alles bekommt. Ich habe kein Einzelkind, was erstmal mit seinen 5 Jahren das neueste Mariokart nebst Konsole geschenkt bekommt, weil es nicht mit dem besten Kumpel spielen darf und deswegen Mama und Papa voll nölt.

Nachdem ich das Verbot ausgesprochen habe und zudem ein Benimm-Watteball-Glas (für gutes Benehmen gibts einen Watteball, für sehr Schlechtes kommt einer weg und bei einem mitteligen Tag bleibts so, wie es ist! Für 5 Wattebälle gibts dieses oder jenes Spielzeug zurück, was vorher nach und nach einkassiert wurde!) eingeführt habe, hat K1 plötzlich wieder Benehmen. Die Flausen werden weniger, es hilft. Mir und dem Kind. Und so lange ich das Gefühl habe, ich helfe meinem Kind damit, so lange ziehe ich dieses Programm auch weiterhin durch.

Ich bin wütend! Weil ich Grenzen gesetzt habe, die Andere versuchen, vehement einzurennen. Weil Andere versuchen, mich zu brechen. Nur, um selber wieder ihre Ruhe zu haben!

Wenn schwarze Kleidung depressiv macht…

… müssten ganze Völker und Berufsgruppen mit Dauerdepressionen durch die Weltgeschichte wandern! Pfaffen zum Beispiel – hab schon schlecht gelaunte Pastoren gesehen, aber selten Welche mit dauerhaften Depressionen.

Entgegen der breiten Masse trage ich Schwarz, weil es zum Einen weniger Sortiererei beim Waschen gibt und zum Anderen, weil ich die Farbe mag.

Das heisst nicht, dass ich depressiv bin. Ich habe mein eigenes Bunt in Schwarz gefunden. B-)