Von dunklen Wolken und Regenbrüchen

Manchmal denke ich. Und wenn ich denke, ist das, als ob ich einfach nur Wolken hin und her schiebe. Es sind eventuell die Hormone, ab und an kommt die Sonne ja durch. Aber nervig ist das trotzdem. Und ich bin doch sonst gerne ein Mensch, der viel Lacht, Anderen Mut macht, sie zum Lachen bringt, einfach gut drauf ist. Und dann sind da diese Momente, wo ich mich verkrümeln will, wo meine Wolken einfach mal platzen und sich abregnen. Wo ich mich ganz klein machen möchte, weil ich mich so unnütz finde. Weil ich rede, ohne nachzudenken, was Anderen sehr weh tun kann, ohne, dass es mir bewusst ist. Das kommt dann später und ich möchte meinen Kopf gerne gegen die nächste Wand schlagen, einfach, weil ich wieder wem auf die Füße getreten bin mit meinen Elefantenlatschen… und weil ich Leuten Angst machen kann. Ohne es zu wollen. Wer macht denn Anderen schon gerne Angst? Ich ganz bestimmt nicht, dafür bin ich zu sehr Harmoniesuchti…

 

Es ist ein Ouruboros, ein ewiger Kreis: ich sage Etwas, was Andere als Dumm erachten, das trifft voll ins Schwarze und tut Irgendwem weh. Daraufhin verkrieche ich mich bzw. ich versuche es. Die Wolken kommen. Manchmal mit Regen, manchmal aber auch nur mit nem heftigen Gewitter. Dann kommt ein bisschen Sonne, ich krabbel wieder aus meiner Versenkung raus und treffe wieder Leute – denen ich wieder auf die Füße trete.

Langsam nervt das gewaltig – sowohl die beschissenen Wolken und auch die ewigen Wolkenbrüche… als auch die Mitmenschen, die nicht in der Lage sind, zu unterscheiden, ob etwas aus Wut und dann nur dahergesagt ist, oder ob ich das ernst meine. Anstatt nachzufragen, wird geschwiegen. Und wenn ich nicht weiß, wo meine Fehler liegen, weiß ich nicht, wie ich sie wieder ausbügeln kann. Mir immer zu sagen, ich soll ruhig sein und zuhören, hilft mir nicht weiter. Mir zu sagen, ich hätte getriggert und wäre wieder verletztend geworden, hilft mir nicht. Nicht, wenn man das erst Tage später tut… ja, bitteschön, wie soll ich mich ändern, wenn ich situationsbezogen handle? Einem kleinen Kind wird direkt auf die Finger geklopft, wenns Mist baut. Das funktioniert. Warum wartet man erst gefühlt Jahrhunderte bei mir? Das schmerzt dann noch mehr – weil ich nichts korrigieren kann. Und dann sagen, das Verhältnis wäre zerrüttet… ja, ganz klasse – direkt ansprechen soll helfen. Dazwischen funken soll helfen. Sorry, wenn ich was sage, was Andere verletzt und das nicht weiß und auch nicht direkt drauf aufmerksam gemacht werde… ja, dann kann ich das auch nicht ändern. Dann ist das so. Dann leidet Derjenige anscheinend gerne, dann lässt er das nämlich gewollt zu…

 

Oder denke ich jetzt völlig verkehrt? Wenn mir was nicht passt oder man mir was sagt, was mich trifft, dann tu ich doch was dafür, dass das nicht nochmal passiert. Dann sage ich was. Aber nicht erst Tage oder Wochen später, sondern gleich. Oder ich nehme mir 10 Minuten zum Nachdenken und spreche dann nochmals an, was mich getroffen hat. Warum können das tausend Andere, aber ausgerechnet bei mir macht man das nicht?

 

Ich bin nicht dumm, ich bin lernfähig… und ihr wundert Euch, warum ich Wolkentage hab…!

Und dann möchte ich Schreien – laut, einfach so. Ich habe Angst vor mir selbst. Weil ich anscheinend echt die Macht habe, einen lieben und von mir sehr gemochten Menschen einfach so fertig zu machen – unbewusst. Ich verursache Angst. Das will ich nicht. Ich kann mir auch nicht vorstellen, wie es ist, dieses Angstmachen zu lieben, dieses Schrecken verbreiten. Ich bin ein liebender Mensch und ich verstehe das nicht. Ich bin keine Situation, mit mir kann man Reden. Ich bin kein Gegenstand, der sticht/schabt/sägt/schneidet! Ich bin auch ein Mensch. Ein Mensch mir sehr viel Angst, weil ich unsicher bin, was ich jetzt noch machen kann. Ich bin verzweifelt – ich will doch nur Liebe geben, ich will Harmonie, ich will Zufriedenheit um mich rum, durch mich, mit mir. Ich will Kuchen essen und Lachen und dem Kind beim Spielen zusehen… und nicht heulen… ständig, aus Angst, mit Panikattacken leben müssen, mit so dunklen Gedanken, mit Gedanken, die mich meine Familie kosten können, wenn sie jemals Taten werden. Ich habe dafür zum Glück nicht den Mut, ich bin feige. Ich bin nur nach Aussen hin mutig und großschnäuzig und der King der Gassen. Weil ich innen drin ganz klein bin. Weil ich mehr Angst habe, als ein verschreckter Babyhase… weil ich innerlich nur am zittern bin. Ich bin nie groß in Etwas gewesen, nicht bewusst zumindest. Ausser im innerlich davon rennen. Und äusserlich hats mir Prügel eingebracht. Und schlimmere Dinge. Hätte ich mal die Schnauze dann und dort aufgemacht, wo es angebracht war…

 

Ich habe Angst, dass ich diese verletzten Menschen nicht mehr liebhaben darf, weil sie sich mir entziehen. Und ich habe Angst, dass noch ganz viele Wolkentage kommen. Und dass ich das nie wieder gutmachen kann.

Obwohl ich die beste und liebste Familie auf der Welt habe. Und weil ich die beschützen will, muss wieder Sonne her. Ich muss was tun. Ich ende sonst noch hinter Klinikfenstern – Etwas, vor dem ich noch mehr Angst habe.

 

Aber es tut auch mal gut, diese Angst zu benennen, einfach mal zu sagen bzw. zu schreiben, dass man Angst hat. Mir geht es etwas besser. Ein bisschen mehr Sonne im Kopf… ich hoffe, das hier hat jetzt Keinem geschadet. Ansonsten fühlt Euch gedrückt! Vielleicht hilft das auch – und bringt euch Sonne!!!

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Ein Gedanke zu “Von dunklen Wolken und Regenbrüchen

  1. *wirft Lassos um die Wolken und zieht sie ganz weit weg bis die Sonne durchkommt und nicht mehr von Wolken verdeckt wird*
    Ich weiß wie hilfreich es ist, wenn man sich einfach mal alles von der Seele reden kann, was einen belastet. Solltest du das mal nicht in „aller Öffentlichkeit“ tun wollen, ich stehe dir immer (!!!!) zur Verfügung und leihe dir Augen, Ohren und Flauschefell.
    Ich hab dich ganz doll lieb, Lieblingsflausch *fühl dich ganz doll geflauscht und geknuddelt und geliebhabt*
    Dein Großschwarzflausch

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